{"id":399,"date":"2013-10-20T08:25:45","date_gmt":"2013-10-20T06:25:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fun4uu.de\/wordpress\/?p=399"},"modified":"2018-01-17T17:58:30","modified_gmt":"2018-01-17T15:58:30","slug":"oskars-tempeltour-in-thailand","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.fun4uu.de\/?p=399","title":{"rendered":"Oskar&#8217;s Tempeltour in Thailand"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Al Machag al Kardinachija Tempeltour&#8220;<\/p>\n<p>Es ist Montag Fr\u00fch als unsere 5-t\u00e4gige Tempelrundreise nach Nordthailand beginnt. Wir sind 18 Reisende in einem gro\u00dfen Bus &#8211; d.h. viel Platz f\u00fcr jeden. Offenbar sind die anderen G\u00e4ste erst letzte Nacht in Bangkok angekommen und haben den Zeitunterschied von 5 Stunden zu Deutschland noch nicht verdaut, denn man h\u00f6rt kein Muh und kein M\u00e4h von denen. Allerdings sind Hans und ich auch nicht sonderlich gespr\u00e4chig, schlie\u00dflich haben wir nicht wirklich viel Schlaf abbekommen die letzten Tage in Bangkok.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten uns daf\u00fcr kaputtlachen \u00fcber unsere Reiseleiterin. Nach jedem zweiten Satz kichert sie sich einen ab. Das ist so ansteckend, da\u00df bald doch der ganze Bus erwacht und nur darauf wartet, da\u00df sie wieder kichert, um mitzulachen. Und dann pr\u00e4gt sie auch noch einen Ausspruch, der uns seit dem begleitet. Jedesmal, wenn ihre &#8222;Lieblingsfamilie&#8220; &#8211; wie sie uns nennt &#8211; wieder zur\u00fcck im Bus ist, fragt sie: &#8222;Alles dabaiii? Foto dabaiii? Geld dabaiii? Liebling dabaiii?&#8220;. Ich schaue nach rechts und kann nur zustimmend nicken, also geht&#8217;s weiter zur n\u00e4chsten Tempelanlage, oder was davon nach 700 Jahren \u00fcbriggeblieben ist.<\/p>\n<p>Die Sonne brennt auf uns nieder, w\u00e4hrend wir versuchen, den Erkl\u00e4rungen von Janree &#8211; unserer Reiseleiterin &#8211; zu folgen. Irgendwie sind an den Ruinen die Burmesen schuld, denn die haben irgendwann einmal irgendwie alles kaputt gemacht und die Sch\u00e4tze gestohlen. Besonders tragisch ist der Verlust der Buddha-Figuren, die aus Gold waren. Fies, diese Burmesen! Haben die doch einfach die Statuen eingeschmolzen!<\/p>\n<p>Am Anfang sind wir v\u00f6llig aus dem H\u00e4uschen und Fotografieren jeden Tempel und jeden Buddha aus allen Lebenslagen. Aber nach drei Tagen Tempel und Buddhas, und noch ein Tempel und noch ein Buddha, und noch ein Tempel und noch ein Buddha &#8211; wird das Ein- und Aussteigen in und aus dem Bus immer m\u00fchseliger. Beim letzten Tempel gibt Hans auf und bleibt im Bus und mir fallen unwillk\u00fcrlich die Worte seiner Mutter ein, die bei einer \u00e4hnlichen Tempeltour mal sagte: &#8222;ICH ziehe jetzt meine Schuhe NICHT mehr aus!&#8220;. Gut, wenn man Flip Flops anhat!<\/p>\n<p>Aber es kommt dann doch immer wieder vor, da\u00df uns wieder etwas \u00fcberrascht und wir baff sind und mit offenem Mund dastehen &#8211; wie z.B. ganz besonders in Sukothai vor dem Buddhakopf im Baum! Man ist fast versucht zu glauben, da\u00df dieser absichtlich dort hineingestellt wurde &#8211; zu perfekt scheint die gerade und symmetrische Ausrichtung des Kopfes zu sein. Aber schnell wird klar, da\u00df dies tats\u00e4chlich ein Zufall der Natur ist! Wirklich sehr faszinierend!<\/p>\n<p>Langsam kommen wir auch mit unserer Reisegruppe ins Gespr\u00e4ch. Vor allem unsere drei Damen aus Leverkusen sind sehr aufgeweckt und reiselustig und haben es uns angetan. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit verwandeln wir uns zu einem quatschenden und lachenden Dreamteam und ernten verwunderte (oder neidische?) Blicke der \u00fcbrigen Reiseg\u00e4ste &#8211; nicht zuletzt, als wir &#8222;gen\u00fcsslich&#8220; diverse Heuschrecken und Grash\u00fcpfer verspeisen. (Ok, DA waren die Blicke dann nicht neidisch.)<\/p>\n<p>Der sch\u00f6nste Tag der Tour war der Mittwoch &#8211; das Elefantencamp! Einige Kilometer au\u00dferhalb von Chang Mai brachte uns der Bus mitten in den Dschungel. Wir waren praktisch alleine dort &#8211; man mu\u00dfte sich nur die 10 japanischen Touristenbusse wegdenken. Nein, aber ehrlich, war toll dort. W\u00e4hrend die meisten aus unserer Gruppe einen Elefantenritt durch den nahegelegenen Fluss machten, genossen wir die Landschaft (und ich die Toilette. Erstaunlich: mitten im Urwald gibt es bessere WCs als an jeder Tankstelle)<\/p>\n<p>Was danach kam, hat uns allerdings von den St\u00fchlen gerissen! Elefanten, die mit ihren R\u00fcsseln Bilder malen! Man mu\u00df es selbst sehen, sonst glaubt man es nicht. Da werden B\u00e4ume und Blumen gemalt &#8211; und die Bilder sehen sogar auch noch gut aus!<\/p>\n<p>Aber eine Elefantenkuh namens Nora hat alles \u00fcbertroffen. W\u00e4hrend wir ca. 200 Zuschauer uns noch wundern, was das f\u00fcr ein Baum werden soll &#8211; die Linien hatten dazu eine zu eigenartige Form &#8211; erg\u00e4nzt Nora noch eine Linie und mit einem Mal geht ein erstauntes Raunen durch die Menge. Menschen springen auf, rennen zum Gel\u00e4nder um einen besseren Blick zu erhaschen, begleitet von den &#8222;Please sit down, please sit down!&#8220; Rufen der Moderatorin, \u00fcberall werden Kameras gez\u00fcckt und ungl\u00e4ubige Blicke ausgetauscht. Keiner achtet mehr auf die anderen Elefanten. Und selbst wir bekommen fast eine G\u00e4nsehaut, als wir erkennen was Nora da direkt vor unseren Augen gezeichnet hat: einen ELEFANTEN!<\/p>\n<p>Was an den letzten beiden Tagen unserer Rundreise geschehen ist, will ich nur kurz erz\u00e4hlen &#8211; denn mittlerweile sind wir schon auf Bali und ich bin ganz sch\u00f6n ins Hintertreffen damit geraten, alles aufzuschreiben, was wir so erleben. Es ist jetzt schon so viel, da\u00df die N\u00e4chte nicht ausreichen, um alles in Tr\u00e4umen zu verarbeiten. Vielleicht mache ich demn\u00e4chst einen separaten &#8222;Oskar&#8217;s Traum-Erkenntnisse&#8220; Beitrag hier auf. ;-)) Denn irgendwie kommt IHR alle andauernd darin vor.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Tour. Nach einem durchaus r\u00fchrenden Abschied von unseren Damen (nat\u00fcrlich wieder unter den irritierten Blicken der anderen), die mit dem Gro\u00dfteil unseres Busses wieder Richtung Bangkok fuhren, gings f\u00fcr uns in den Norden und zu den Hilltribes &#8211; den urspr\u00fcnglichen Bergv\u00f6lkern.<\/p>\n<p>Wie alle, die sich f\u00fcr diese Tourvariante entschieden hatten, waren auch wir schon voller Vorfreude darauf zu sehen und zu erleben, wie diese Urv\u00f6lker lebten. Ganz besonders waren wir auf die &#8222;Long-Neck&#8220; Frauen neugierig, die Frauen mit den langen H\u00e4lsen und den Ringen drumrum. Doch es kam anders.<\/p>\n<p>Eigentlich h\u00e4tten wir schon skeptisch aufhorchen sollen, als unser neuer Reiseleiter uns morgens aufz\u00e4hlte, was wir alles an dem Tag auf dem Programm haben: Ein Tempel, f\u00fcnf Bergv\u00f6lker, Goldenes Dreieck (Zusammentreffen von Thailand, Burma und Laos), Flussfahrt, Besuch von Laos und dann noch ca. 4 Stunden Busfahrt &#8211; das konnte schon rein rechnerisch nicht alles an einem Tag durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Wir schafften es dann aber doch. Denn die Bergv\u00f6lker hatten &#8211; was f\u00fcr ein Zufall &#8211; ihre Bergh\u00fctten direkt nebeneinander gebaut und diese zu einem Dorf zusammengeschlossen. Damit man sich auch ja nicht verirren konnte, gab es Hinweisschilder, welches urspr\u00fcngliche Volk wo zu finden war. WIR dachten ja immer, da\u00df wir in unserer westlichen Welt fortschrittlich sind, aber nein, weit gefehlt, diese URSPR\u00dcNGLICHEN V\u00f6lker bewiesen uns, da\u00df der wahre Fortschritt mitten im Dschungel entstanden ist. So hatten sie clevererweise eine Hauptverkehrsstra\u00dfe in unmittelbarer Umgebung ihres Dorfes errichten lassen, f\u00fcr eine verkehrsg\u00fcnstigere Anbindung der Touristenbusse. Damit wir Touristen uns nicht schlecht dabei f\u00fchlen, wenn wir in ihre Privatsph\u00e4re eindringen, haben sie einen Zaun um das Gel\u00e4nde errichtet und ein Kassenh\u00e4uschen an den Eingang gestellt. Nachdem wir brav unsere 10 Euro pro Person entrichtet haben, ging es dann an URSPR\u00dcNGLICHEN Souvenierl\u00e4den vorbei, in denen die Frauen ihre selbst gewobenen T\u00fccher und Kunstgegenst\u00e4nde feilboten. Wie naiv wir doch vor diesem Besuch in dem Dorf waren zu glauben, da\u00df diese Gegenst\u00e4nde in Massenproduktion irgendwo hergestellt werden &#8211; nein! &#8211; die Wahrheit ist, da\u00df hier mitten im Urwald Nordthailands diese T\u00fccher von armen Frauen tagein-tagaus in m\u00fchevoller Kleinarbeit hergestellt werden. Sie hocken dabei auch noch in einer unbequemen Position da und machen nichts au\u00dfer weben und weben, w\u00e4hrend die Touristen sie ununterbrochen st\u00f6ren, weil sie ein Andenken in Form eines Foto von diesem urspr\u00fcnglichen allen Lebens mitnehmen wollen um es zur\u00fcck in der zivilisierten Welt ihren noch unwissenden Angeh\u00f6rigen zu zeigen. Es war ein Augen\u00f6ffner! Selbst die vorgef\u00fchrten T\u00e4nze mit der dringenden Bitte, doch f\u00fcr die Darbietungen eine kleine &#8222;Donation&#8220; zu erbringen, konnte uns nicht \u00fcber Demut und Urspr\u00fcnglichkeit dieser armen Bergv\u00f6lker hinwegt\u00e4uschen. Erst die vielen Moppeds hinter den einfachen H\u00fctten machten uns etwas skeptisch&#8230;<\/p>\n<p>Nachdem wir an der gef\u00fchlten 1000 Donation-Box vorbeigelaufen sind, haben wir dann auch endlich die langersehnten &#8222;Long-Neck&#8220; Frauen gesehen. Da hatten wir dann aber schon alle genug. Eigentlich wollten wir nur noch aus diesem menschlichen Zoo raus!<\/p>\n<p>Das war ein furchtbares Erlebnis und ich sch\u00e4me mich fast daf\u00fcr, da\u00df ich \u00fcberhaupt durch das Dorf durchgelaufen bin. Denn &#8211; so mu\u00df man wissen &#8211; die V\u00f6lker k\u00f6nnen gar nichts daf\u00fcr. Was wir sp\u00e4ter in einem seri\u00f6sen Hilltribe-Museum gelesen haben, best\u00e4tigte die Theorie von Hans zu 100%. Ein pfiffiger Gesch\u00e4ftsmann hat kleine Gruppen dieser V\u00f6lker teilweise aus dem Ausland in diese Region gebracht und dieses k\u00fcnstliche Dorf aufgebaut. Zwar sollen die dargestellten Arbeiten, die Art der H\u00fctten und die traditionellen T\u00e4nze dem tats\u00e4chlichen Leben entsprechen &#8211; aber mal ehrlich, wenn ich Disneyland will, dann gehe ich nach Los Angeles und nicht in den Urwald!<\/p>\n<p>Nach diesem Erlebnis tat der Reiseleiter jedenfalls gut daran, nicht zu fragen, wie es uns gefallen hat &#8211; und \u00fcberhaupt war es schwer, die Mundwinkel wieder nach oben zu bewegen. Da half auch die &#8222;Einreise&#8220; nach Laos nichts &#8211; aber das ist eine andere Geschichte zum Kopfsch\u00fctteln und vielleicht sogar besser zum Live-Erz\u00e4hlen. (Au\u00dfer Ihr protestiert hier jetzt alle lauthals und \u00fcberzeugt mich, sie doch aufzuschreiben.)<\/p>\n<p>Fazit zur Tempeltour: Es war dennoch toll und lustig und irgendwie sehenswert. Aber einmal langt auch. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Gr\u00fc\u00dfe vom Tempel-Oskar<\/p>\n<p>https:\/\/youtu.be\/U1tGnR2uD_A<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Al Machag al Kardinachija Tempeltour&#8220; Es ist Montag Fr\u00fch als unsere 5-t\u00e4gige Tempelrundreise nach Nordthailand beginnt. Wir sind 18 Reisende in einem gro\u00dfen Bus &#8211; d.h. viel Platz f\u00fcr jeden. 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