{"id":978,"date":"2013-11-04T02:02:49","date_gmt":"2013-11-04T00:02:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fun4uu.de\/wordpress\/?p=978"},"modified":"2013-11-15T02:08:08","modified_gmt":"2013-11-15T00:08:08","slug":"oskars-sache-mit-karma","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.fun4uu.de\/?p=978","title":{"rendered":"Oskar&#8217;s &#8211; Die Sache mit dem Karma"},"content":{"rendered":"<p>Die Sache mit dem Karma<\/p>\n<p>&#8222;Sag mal, wo ist eigentlich die Kamera?&#8220;, fragt mich Hans nebenbei.<br \/>\n&#8222;Hmm, keine Ahnung&#8220;, sage ich abwesend, w\u00e4hrend ich die H\u00e4user am Stra\u00dfenrand s\u00fcdlich von Ubud aus dem Taxifenster betrachte.<br \/>\n&#8222;Hier ist sie nicht\u2026&#8220;. Hans kramt in seinem Rucksack.<br \/>\n&#8222;Ich habe sie jedenfalls auch nicht&#8220;, ich wende meinen Blick irritiert zu ihm.<br \/>\nHans blickt suchend um sich. &#8222;Hast Du die in den Kofferraum gelegt?&#8220;, fragt er.<br \/>\n&#8222;N\u00f6, ich hatte die gar nicht in der Hand&#8230;&#8220;, jetzt beginne ich auch zu suchen, doch keine Kamera weit und breit.<br \/>\n&#8222;Mist!&#8220;, entf\u00e4hrt es Hans pl\u00f6tzlich, &#8222;die habe ich liegenlassen!&#8220;<br \/>\n&#8222;Stop!&#8220;, rufen wir wie aus einem Mund, &#8222;we have to go back to the shop. We have left our camera behind!&#8220;<br \/>\n&#8222;Really?&#8220;. Der Fahrer lacht und bremst ab.<br \/>\n&#8222;Yes! We have to go back!&#8220;, wiederholt Hans.<br \/>\nIch sehe den am\u00fcsierten Blick unseres Fahrers im R\u00fcckspiegel und kann mir denken, was ihm durch den Kopf geht. So wie wir schon den ganzen Tag wie aufgescheuchte H\u00fchner von einem Shop zum n\u00e4chsten rennen, von links nach rechts \u00fcber die Stra\u00dfen, ins Taxi rein und wieder raus, scheint das nur eine Frage der Zeit gewesen zu sein, bis sowas passiert. Er nimmt&#8217;s jedenfalls gelassener als wir.<br \/>\n&#8222;Meinst Du, die ist noch da?&#8220;, frage ich.<br \/>\n&#8222;Ich denke schon\u2026&#8220;, Hoffnung schwingt in Hans&#8216; Stimme mit.<br \/>\nHej, geht es mir durch den Kopf, wenn die weg ist, dann\u2026 dann\u2026 ach ich wei\u00df auch nicht! Das w\u00fcrde ja passen, vor wenigen Wochen klauen sie uns die Laptops und jetzt lassen wir die Kamera liegen. Ach Mann, denke ich, die sch\u00f6nen Fotos, die wir gemacht haben.<br \/>\n&#8222;Die wird schon noch da sein!&#8220;, rede ich uns beiden schlie\u00dflich Mut zu, &#8222;Die wird die schon nicht wegger\u00e4umt haben.&#8220;\u00a0 Mit &#8218;Die&#8216; meine ich die Verk\u00e4uferin des Ladens, in dem wir eben unsere Tempelh\u00e4uschen-Kauf-Aktion hatten.<\/p>\n<p>Nachdem wir uns nach einer Window-Shopping-Tour durch Seminyak in Richtung Ubud aufgemacht hatten, hatte Hans die Idee, da\u00df wir uns doch als Andenken so ein Tempelh\u00e4uschen mitnehmen k\u00f6nnten. Jeder gro\u00dfe oder kleine Tempel auf Bali hatte auf der Spitze so ein H\u00e4uschen, das immer sch\u00f6n verziert war. Wir hielten also an so einem Laden direkt an der Stra\u00dfe an, der wirklich sch\u00f6ne goldene H\u00e4uschen hatte. Wir fotografierten sie von allen Seiten und suchten uns schlie\u00dflich eines aus. Nur durfte es nicht zu schwer und auch nicht zu gro\u00df sein, wegen dem Versand als P\u00e4ckchen. Nach ewigem hin und her haben wir es endlich geschafft es zu wiegen. 8 Kilo &#8211; das passte! \u00dcbergl\u00fccklich und supervorsichtig &#8211; das Teil war aus Ton &#8211; packten wir es in den Wagen &#8211; und lie\u00dfen vor lauter Tempelh\u00e4uscheneuphorie die Kamera irgendwo auf einem Tischchen liegen!<\/p>\n<p>Als wir nach zehn Minuten wieder an dem Laden anhalten, winkt uns die Verk\u00e4uferin schon zu &#8211; offensichtlich hat sie uns bereits erwartet. Das ist ein gutes Zeichen &#8211; und tats\u00e4chlich, die Kamera ist da! Wir bedanken uns sichtlich erleichtert bei der ehrlichen Verk\u00e4uferin und vier fr\u00f6hliche Menschen k\u00f6nnen den Tag fortsetzen. Wir zwei, weil wir Dusel hatten, der Fahrer, weil er uns helfen konnte und die Verk\u00e4uferin, weil\u2026 hmmm\u2026 Hans? warum sollte die Verk\u00e4uferin nochmals auch froh sein? Schlie\u00dflich ist ihr doch eine teure Kamera durch die Lappen gegangen\u2026 ach richtig, wegen gutem Karma!<br \/>\nJa auf der Karma-Skala hat sich die Verk\u00e4uferin hiermit auf jeden Fall ein paar Pluspunkte ergattert.<\/p>\n<p>Die Sache mit dem Karma ist ziemlich einfach. Tu Gutes, dann hast Du eine positive Karmabilanz, die Dir irgendwann zugute kommt. Verpasst Du es aber rechtzeitig, dies zu tun &#8211; z.B. durch Spenden in Tempeln &#8211; dann kannst du sichergehen, da\u00df sich das Schicksal den vers\u00e4umten Tribut fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zur\u00fcckholt. So kam es dann auch\u2026<\/p>\n<p>Als Oskar fast verhaftet wurde<br \/>\nOffenbar h\u00e4tten wir mehr spenden sollen im Vorfeld &#8211; erst recht, wenn man im Begriff war, sich so ein besonderes Andenken wie das Tempelh\u00e4uschen anzuschaffen!<br \/>\nNachdem wir f\u00fcr dieses H\u00e4uschen Ewigkeiten brauchten um eine Tasche zum sicheren Transport zu finden, haben wir uns dabei auch noch von einem fliegenden H\u00e4ndler etwas \u00fcbers Ohr hauen lassen. Er g\u00e4be uns einen alten Sack, sagte er, aber nur, wenn wir ihm auch zwei T-Shirts f\u00fcr 100.000 Rupien abkauften. Die T-Shirts waren nix wert, und wir wollten eigentlich nur unbedingt eine Transporttasche haben. Es war hei\u00df, uns lief mal wieder der Schwei\u00df \u00fcber den ganzen K\u00f6rper und Hans hatte genug von der Lauferei &#8211; also zahlte er resignierend den \u00fcberteuerten Preis.<\/p>\n<p>Damit hatte sich das Schicksal seine 100.000 Rupien &#8222;Spende&#8220; von Hans f\u00fcrs Tempelh\u00e4uschen geholt.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zur\u00fcck zum Hotel mit dem Taxi, hielt der Taxifahrer mitten auf der Stra\u00dfe an. Zwei Hotelangestellte kamen auf die Stra\u00dfe gerannt um den Verkehr aufzuhalten. Ich machte meine T\u00fcr auf, ohne mich nochmals umzusehen und RUMMMS, krachte ein Taxi mit dem Seitenspiegel in die T\u00fcr! Der Seitenspiegel flog \u00fcber die Stra\u00dfe und ich dachte nur: &#8222;Schei\u00dfe! Das wird jetzt lustig!&#8220;<br \/>\nDanach passierten viele Dinge gleichzeitig: Ruckzuck kamen Leute zusammengelaufen und wollten sehen, was passiert ist. Der Taxifahrer ohne Au\u00dfenspiegel sprang aus seinem Auto und lief wild gestikulierend auf mich zu. Unser Taxifahrer brabbelte etwas, was ich im Durcheinander nicht verstand, ich nahm aber an, da\u00df es etwas mit seiner T\u00fcr zu tun haben musste. Hans schaute mich an mit einem Blick, der eine Mischung war aus &#8218;Was ist passiert?&#8216; und &#8218;Hast Du das andere Auto nicht gesehen?&#8216;. Ich schaute etwas bedr\u00f6ppelt aus der W\u00e4sche und wu\u00dfte nicht so recht, was ich machen sollte. Der Gast des anderen Taxis stieg aus diesem aus und ging zu Fuss weiter, offenbar dachte er richtig, da\u00df dies l\u00e4nger dauern k\u00f6nnte. Die Hotelangestellten bedeuteten unserem Fahrer, da\u00df nix an seiner T\u00fcr passiert sei. Der Taxifahrer ohne Au\u00dfenspiel lamentierte rum, wie schlimm und schrecklich das alles sei. Noch mehr Leute kamen herbei und ich fragte mich, wo die alle so pl\u00f6tzlich herkamen? Die Stra\u00dfe war verstopft mit Menschen, Autos und Motorr\u00e4dern. In unser Taxi stiegen neue G\u00e4ste ein, w\u00e4hrend ich immernoch ratlos mitten auf der Stra\u00dfe stand. Die Hotelangestellten diskutierten mit dem anderen Taxifahrer, ich h\u00f6rte immer nur &#8222;Police, police&#8220; und dachte, da werde ich wohl noch einen lustigen Abend auf einer balinesischen Polizeistation haben. Ich sah mich schon die Nacht in einer Zelle verbringen. Dann fuhr aber unser Taxifahrer mit seinen neuen G\u00e4sten los. Entweder er glaubte den Worten der Hotelangestellten, da\u00df tats\u00e4chlich alles ok war an seiner T\u00fcr, oder er dachte sich, lieber gleich das Geld f\u00fcr eine etwaige Reparatur verdienen.<\/p>\n<p>Jedenfalls l\u00f6ste sich damit der Verkehrsknoten langsam auf und die Meute an Schaulustigen verschwand auch und alles beruhigte sich. Nun standen nur noch der gesch\u00e4digte Taxifahrer, die Hotelangestellten und ich da. Jetzt sah ich auch, da\u00df eigentlich nichts passiert war an dem anderen Taxi, was nicht leicht behoben werden k\u00f6nnte und so war klar, worauf das ganze Theater abzielen sollte. Also zuckte ich mit den Schultern, griff ich in meinen Geldbeutel, nahm einem 100.000 Rupien-Schein heraus, hielt ihn dem Taxifahrer hin und sagte: &#8222;Take this and we forget all this.&#8220; Er \u00fcberlegte nicht eine Sekunde, nickte und nahm das Geld &#8211; oder er nahm das Geld zuerst und nickte dann, wei\u00df ich nicht mehr, jedenfalls war die Sache gegessen &#8211; und ich froh.<\/p>\n<p>Und so hatte sich das Schicksal kaum 30 Minuten nach Hans &#8218;Spende&#8216; auch von mir sein Opfer geholt!\u00a0 \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sache mit dem Karma &#8222;Sag mal, wo ist eigentlich die Kamera?&#8220;, fragt mich Hans nebenbei. &#8222;Hmm, keine Ahnung&#8220;, sage ich abwesend, w\u00e4hrend ich die H\u00e4user am Stra\u00dfenrand s\u00fcdlich von Ubud aus dem Taxifenster betrachte. &#8222;Hier ist sie nicht\u2026&#8220;. 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